- KÖLSCHE LETTER -

September 30, 2009

Noch nicht

Gespeichert unter: K-M-S, stories — matha @ 2:57

Ich habe den Eindruck, das Gefühl nicht die richtigen Worte zu finden, um es zu beschreiben. Ich sehe immer wieder die inneren Bilder in mir aufsteigen; besonders eine Episode ist so sehr präsent, als wäre es gestern erst geschehen. Meine Hand vollführt eine Bewegung, die mich erschreckt. Weil sie verboten ist. So war es doch, das unabgespochene Spiel. Und wie ich gegen das Wort Spiel protestiert habe. Ich denke, es wurde Dir berichtet. Jedes Zeichen versuchen zu deuten, zu verstehen – zu viel, zu wenig. Was hat wirklich Gewicht, in einer fatalen Symbolik? Begebenheiten in Kulissen, in der Fasern strömen. Angst vor der eigenen Leidenschaft. Warum die Lügen? Maskenbälle zehren. Vielleicht hätte meine Hand etwas geändert, eine Wendung bewirkt. Atemlos. Nein. Noch nicht. Es wäre Verschwendung. Du warst mein Maß. Und ich hasste Deine Behäbigkeit. Endlos die Sekunden, in denen ich von Dir stahl. Ja, ich pflegte zu stehlen. Denn es gab kein Zurück. Matt, ich will Revanche. Ins Feld ziehen, neue Schlachten schlagen. Lauter oder leiser. Meine Hand schmerzt, wie zum Trotz. Ich denke aus Wut, die mich so sprachlos machte.
Ich höre unsere Lieder, sie sind wie Fenster. Meine Fenster in Deinem Haus.

August 30, 2009

coincidential

Gespeichert unter: K-M-S, stories — matha @ 12:45

„Woher kommst Du denn?“ lachte es aus ihr heraus. Neugierige Verwunderung in beiden Gesichtern. Mit „Go east!“ beendete sie die Klärung nach dem Ursprung. Es stellte sich ja stets eine Art Verbundenheit mit Seelen ein, die die gleichen Wurzeln hatten. Noch dazu bei zwei Menschen, die an einem für sie fremden Ort auf der Suche waren. Dann kam die Frage nach dem Namen.
„Meine Ma sagt, dass ich der Zeitgeist wäre.“ Nicht so einfach Haus & Hof preisgeben.
„Wunderbar, ich wollte schon immer den Zeitgeist treffen!“ erwiderte er erfreut und völlig unbeeindruckt von der Antwort.
Die Musik wechselte. Sie beobachtete einen Moment die Tanzenden im Saal. Dann neigte sie sich in seine Richtung, an sein Ohr.
„Weißt Du – ich schreibe und Worte sind für mich wie Kinder.“ sagte sie mit einem Klang in der Stimme als wäre es ein Geheimnis.
Die Blicke trafen sich kurz.
„Und einmal Ausgesprochenenes gehört dem Wind.“
„Nur um dem entstandenen Gefühl Ausdruck zu verleihen, es in Worte zu kleiden – ein Zitat.
Wer berauscht ist von der Sehnsucht,
der suche sich ein fernes Ziel
und fürchtet besser die Täler nicht.

Das letzte Bild der Begegnung lebte in ihr und sie mit ihm verfangen.

August 20, 2009

Ja, danke für die Einladung

Gespeichert unter: K-M-S, keep on your mean side, stories — matha @ 5:45

„Was soll ich denn sonst sagen? Ich hab’ einfach keine Lust. Ich glaube ich will nicht zu Events, von denen ich nicht überzeugt bin. Gästeliste hin oder her.“
„Man sieht Dich ja gar nicht mehr. Hast Du nicht letztens gesagt, dass Du mal wieder vorbeikommen wolltest? Was machst Du denn so?“
„Woher soll ich das wissen?“
„Wie meinst Du das?“
„Zustandsbeschreibung, ja? Ich mache mir Gedanken über Texte, die ich nicht schreibe und höre dazu Musik, die ich gesehen habe. Auf der Suche nach dem Besonderen hat Langeweile eine große Bedeutung. Ach, und Pflanzen von A nach B tragen, macht Sinn.“
„Aus Dir wird man einfach nicht schlau.“
„Bhagwans Schriften wurde auch erst nach seinem Tod gesellschaftlich etablierter. In der Bhaggi früher war es trotzdem schön. Findest Du nicht?“
„Oh Gott! Wie kommst Du denn nun darauf?“
„Hm… Weisst Du eigentlich, was Sloterdijk und Peter Lustig verbindet?“
„Nein. Weiss ich nicht.“
„Poona. Sie waren beide bei ihm. Osho, wie er sich dann später nannte.“
„Sag mal – auf was für einem Trip bist Du denn jetzt?“
„Erinnerungen, Einfälle. Warum?… Ja, woher kommt das eigentlich? Und Ideen, zu denen Du ein ganz bestimmtes Gefühl hast, was Du unbedingt weiter verfolgen musst.“
„Das kenne ich. Das sagt mir was. Mensch, willst Du nicht doch vorbeikommen und wir schnaken zu ‘nem Glas Rotwein, so wie früher?“
„Wenn Du denn möchtest…“
„Nein, so kommst Du mir nicht davon. Das klingt ja… Was willst Du eigentlich?“
„Das würde ich auch zu gern wissen. Dazu habe ich manchmal so ein seltsames Gefühl von Erwachsen-Werden. Auf jeden Fall keine halbherzigen Sachen mehr. Vielleicht sollte ich Indecision lesen gegen meine chronische Unentschlossenheit. Oder komm’ rum und ich lese es Dir vor, bring’ Rotwein mit, so wie früher. Das Strafgericht hier schaffe ich in einer halben Stunde.“

So oder anders.

April 27, 2009

QUARTALSROMANZE

Gespeichert unter: K-M-S, la musica, poetry, visuals — matha @ 10:50

- eine Liebesgeschichte in Gedichten -

ich habe es genannt:
Wie soll es heissen?

wenn aus Spiel Ernst
wenn von Moral keine Predigt
wenn Gefühl größer als Stolz
wenn nicht ein Reim gelingt
zögern, zweifeln
alles umgedreht
mehr entsteht

Zaubermorgen
verliebte Augen
erzärtlichtes Fühlen
ganz leise
bei Dir spüren

Winterliebe
Über mich hat es
EisGlasScherben geregnet.
Wenn ich inne halte,
weint mein Herz.
Warum ist der
Wasserfall erfroren?
Ich konnte doch
meinen Kelch dort
bislang immer füllen.
Ich bin Winterkind,
suche das Feuer

Schattenkreuzer
tiefes Schimmern im Brunnen
gewaltiges Schlingern der Gezeiten
der verwobenen Kreise Schnittmenge
er zeugt den rechten Sog

Mein Sommerspross!
Wer wird Dich nun erlösen, Dein rettend Spielball sein?
Wie die See, die Tide ist Deine Liebe.
Ich im Zwielicht?
Und Du Blume der Sonne in Frau Lunas Schein.
-wenn’s Wasser an die Klippen schellt,
die Boe Deinen Namen überhört,
wenn jeder Land sein eigen nennt
und nur die Sehnsucht Stricke spinnt,
Spekulationen überrinnt
und wieder Hoffen bringt-
Doch des Märchens Tribut zoll ich nicht allein.
Ich liebe auch Frauen, doch mädchenhafte Männer – nein.
Soll fortan Hermes nur Herrscher Deiner Seele sein!

April 26, 2009

Seelenzustand: gepeitscht

Gespeichert unter: K-M-S, colored, moods, photography — matha @ 3:55

gepeitscht-0051
Das Krallentier
die Nacht umspülte die Felder
während der Sturm die Beete bestellte
ich bin geflogen, geflogen
Wut bemächtigte sich meiner
das Tier krallte meine Haut
die Seele verlautbarte:
ich werde gepeitscht

April 19, 2009

meine Kunst ist Lyrik

Gespeichert unter: K-M-S, art, lyrics, poetry — matha @ 10:35

Ich schreibe, habe mich selbst mit Aleatoryn betitelt. Bei Auftritten nenne ich mich meist jedes Mal anders. Warum auch nicht?

Die Tätigkeit hier auf dem Blog umfasst einen kleinen Bruchteil. Inzwischen ist ein Berg von Text angewachsen, meistenteils Gedichte ( zu finden unter der Kategorie K-M-S )
Ich werde immer wieder auf eine Veröffentlichung angesprochen. Dies habe ich mir nun als Ziel vorgenommen. Wer helfen kann und möchte – bis zu meiner Lesung im Sommer meine Sammlung z.B. zu layouten, möge sich unter >ikarus10@gmx.net< melden.

April 16, 2009

poem

Gespeichert unter: K-M-S, lyrics, poetry — matha @ 9:50

Seele – nimm im Frühling Platz!

bald Tulpenkleid
bald Akeleienhut

hör doch die Sonnenmusik

Schwaden von zärtlich duftgeschwängerter Ströme
der Meere von Blüten

Kirschweiss
Vergissmeinnichtblau
zu Violett geneigt die Brust

Zauber – komm an mein Herz

Januar 20, 2009

Ufernd

Gespeichert unter: K-M-S, poetry — matha @ 12:49

es gurgelt im Herzen
hinab zieht ein Strudel
dunkler Wurm

ich schritt durch die Brandung
von einem Ring umfasst den Leib
und rang mit jedem Augenblick
der Himmel senkte sich nieder
gab nach ein Stück

Januar 3, 2009

Scherenschnitte

Gespeichert unter: K-M-S, poetry — matha @ 4:52

meistenteils sich selbst überlassen
und nur ein Augenblick der Attraktion in die Ewigkeit gesponnen
Stolz über das gekaufte Bild an der gemieteten Wand
es gleicht dem Tod
es ist schwarz und weiß

daneben dunkles Geträum und Sonnengestürm
heroisch klingt das Nachtlied und fragt leis’ nach seiner Zeit

Dezember 28, 2008

Naú & die Rose des Räubers

Gespeichert unter: K-M-S, stories — matha @ 6:10

das Märchen vom letzten Winter -
es handelt von einem ElephantenMädchen und einer gestohlenen Rose – was die 3 Kamele, die Schlange Hapat und der Eisvogel Toriu damit zu tun haben, werdet Ihr erfahren…
nau-009

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