Erstellt 07.09.08, 10:52h

Bundespräsident Köhler hat anlässlich der Eröffnung der Paralympics die deutschen Athleten in Peking besucht. Auf seiner Reise sprach er auch mit Chinas Staatschef Hu Jintao. Dieser versprach überraschend deutlich eine Verbesserung der Menschenrechts-Lage im Land.


Chinas Staats- und Parteichef Hu empfing Bundespräsident Horst Köhler in Peking. (Bild: dpa)

PEKING – China und Deutschland wollen den Dialog über Menschenrechtsfragen fortsetzen. Nach einem Gespräch mit Staats- und Parteichef Hu Jintao in Peking sprach Bundespräsident Horst Köhler am Sonntag vor der Presse von einer „erstaunlichen Offenheit“ im Umgang mit diesen Themen. Präsident Hu Jintao habe gesagt, China wolle „den Weg menschenrechtlicher Verbesserungen weitergehen und den Dialog darüber fortsetzen“. „Eine harmonische Gesellschaft muss immer auch das Individuum im Blick haben“, zitierte er den Präsidenten.

Köhler von Deutlichkeit überrascht

„Mich haben die Äußerung von Hu Jintao in dieser Deutlichkeit überrascht“, sagte Köhler, der anschließend deutsche Sportler im Paralympischen Dorf besuchte. Bei der Unterredung in der Großen Halle des Volkes erklärte der Bundespräsident, warum er nicht zu den Olympischen Spielen, sondern zu den Paralympischen Spielen gekommen sei. Er habe sich so entschieden, „um den Menschen mit Behinderungen besondere Aufmerksamkeit zu geben“, sagte Köhler, der selbst eine sehbehinderte Tochter hat.

Köhler unterstreicht Bedeutung der Paralympics

In einem Grußwort für die Sonderbeilage der Zeitung „China Daily“ anlässlich der Paralympischen Spiele hat Köhler die Bedeutung des sportlichen Großereignisses für die gesellschaftliche Teilhabe von Behinderten herausgestrichen. „Über 83 Millionen Menschen mit Behinderung leben in China – das ist mehr als die gesamte Bevölkerung von Deutschland. Viele von ihnen müssen, wie in anderen Ländern auch, mit Benachteiligungen zurechtkommen, und sie haben mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient“, heißt es in seinem Beitrag, der auf der offiziellen Bundespräsidenten-Website dokumentiert wird.
Die Abwesenheit ranghohen Besuches aus Deutschland bei der Olympia-Premiere, zu der rund 80 ausländische Staats- und Regierungschefs angereist waren, hatte in China nach den Boykott-Diskussionen um das Vorgehen in Tibet zu leichten Irritationen geführt.

(dpa/bs) http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1220769384114

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