Luis Cruz und Esteban Vergara Lombana

Ausstellung der Galerie Arbeiterfotografie
im Rahmen der Internationalen Photoszene
Galerie Arbeiterfotografie, Merheimer Straße 107, 50733 Köln
11. September bis 4. Oktober 2008, geöffnet mi/do 17-20 Uhr, sa 11-14 Uhr, u.n.V.
Eröffnung: Do, 11. September 2008, 20 Uhr

„Skeptiker und Unheilsboten werden sagen, daß das unmöglich ist, daß ein Parlament, das den herrschenden Klassen beste Dienste leistete, nicht imstande ist, sich zu wandeln und das Parlament des chilenischen Volkes zu werden.“ Salvador Allende im Mai 1971. 2008 jährt sich am 11. September zum 35. Mal der Todestag des chilenischen Präsidenten, der die Verhältnisse mit Mitteln der Demokratie umwandeln wollte… Der Fotokünstler Luis Cruz dokumentierte unter persönlicher Gefährdung den Widerstand der Armen gegen die Militärdiktatur Pinochets. Esteban Vergara ist ein junger Fotograf aus Kolumbien, der es schafft, dem gewalttätigen System Uribes – dem Land mit der höchsten Zahl an Binnenflüchtlingen – Bilder poetischer Schönheit und ausdrucksstarken Farben abzugewinnen.

Luis Cruz stammt aus einer traditionsreichen chilenischen Fotografenfamilie. Prägend für ihn war das Klima des politischen und kulturellen Aufbruchs in Chile seit dem Jahr 1969. Nach dem Militärputsch im September 1973 bleibt er im Land und schließt sich dem Widerstand an. Seine Fotografie wird Ausdruck des Protestes und Mittel des Widerstandes. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Salvador Allende zeigt Luis Cruz Fotos, die in den Jahren 1979 – 1986 entstanden sind. Sie zeigen Aspekte des Widerstandskampfes des chilenischen Volkes gegen die Diktatur.

Der junge kolumbianische Fotograf Esteban Vergara Lombana hat soeben sein Fotostudium in Bogota abgeschlossen. Er zeigt sein Land Kolumbien – hier vorwiegend die Pazifikregion Choco – in grellen Farben. Es ist eine intuitive Betrachtung eines seit Jahrzehnten währenden Krieges im Innern des Landes, situiert in einem Erdteil Lateinamerika, wo nach dem Fanal des Todes des chilenischen Präsidenten Allende die Chicogo Boys einfielen und wo Menschenrechte und Menschenwürde in logischer Folge des grenzenlosen Neoliberalismus heute keinen Pfifferling wert sind.

Sa, 27.9., 20 Uhr: ‚Die Stadt der Fotografen‘
Film von Sebastián Moreno, Chile, in spanischer Sprache mit englischen Untertiteln, kommentiert und mit Fragmenten aus Bild und Film ergänzt durch Luis Cruz
(siehe auch photokina-Termin Donnerstag, 25.09. 10.00 – 10.45 Uhr)

Während Pinochets Armee Schusswaffen einsetzte, hatten die Fotografen eine ebenso gefährliche Waffe: ihre Kameras. Die Bilder aus der Sicht einer Gruppe von unabhängigen Fotografen verstehen sich als Beitrag einer schlagkräftigen Revolution gegen 17 Jahre Militärdiktatur. Der Film ist heute eine Hommage an die verfolgten Chilenen im Exil.
www.arbeiterfotografie.com

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