1540, Frankreich, Kanalküste. Sechs Italiener warten auf das Schiff nach England. Sie kommen im Auftrag Heinrichs VIII. Jeder hat einen Kasten dabei, dessen Form ungewohnt ist. Eine Neuerfindung verbirgt sich darin, ein hochmodernes Spielzeug, praktisch und portabel wie ein Laptop. Nur besser. Eine Violine. Bis nach Venedig hatte der König seine Mittelsmänner geschickt, um die besten Musiker für seinen Hof zu bekommen. Ensembles wie die sechs Italiener sind überall unterwegs im Europa des 16. Jahrhunderts.

2004, Deutschland, Rheinufer. Vier Musiker mit Geige, Bratsche, Cello gründen „no strings attached“ für Leichtes bis Ernstes aus Renaissance und Frühbarock. Denn in jener Epoche hat die Geige triumphiert. Nicht Messen und Madrigale gaben zunehmend den Ton an, sondern Instrumente der Violinenfamilie.
Zum Tanz, zum Kartenspiel, zum Essen oder einfach zum Zuhören, bei kleinen wie großen Festen wurden Geiger gebraucht. Tänze taugten ihnen als Vorlage ebenso wie mehrstimmige Motetten oder Volkslieder, die sie verfeinerten.

Verzierung und Improvisation erlebten dabei eine Blütezeit. „no strings attached“ folgt dieser Kunst auch in eigenen Bearbeitungen – oft durch Harfe unterstützt und bereichert. In kommentierten und thematischen Programmen wird so eine sprudelnde Epoche wach: Melodien aus Italien begeisterten die Londoner, Geiger aus England entzückten die Dresdner. Die wendigen Ensembles vereinten Europa jenseits der Grenzen. Und sie zeigen uns einen Weg aus den Ritualen des Konzertbetriebs zu neuen Ufern.

Wir folgen ihnen so, wie sie spielten – zwanglos und frei. In other words: With no strings attached.

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Violinenconsort, Tänze und Trinklieder der Renaissance

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