„Was soll ich denn sonst sagen? Ich hab‘ einfach keine Lust. Ich glaube ich will nicht zu Events, von denen ich nicht überzeugt bin. Gästeliste hin oder her.“
„Man sieht Dich ja gar nicht mehr. Hast Du nicht letztens gesagt, dass Du mal wieder vorbeikommen wolltest? Was machst Du denn so?“
„Woher soll ich das wissen?“
„Wie meinst Du das?“
„Zustandsbeschreibung, ja? Ich mache mir Gedanken über Texte, die ich nicht schreibe und höre dazu Musik, die ich gesehen habe. Auf der Suche nach dem Besonderen hat Langeweile eine große Bedeutung. Ach, und Pflanzen von A nach B tragen, macht Sinn.“
„Aus Dir wird man einfach nicht schlau.“
„Bhagwans Schriften wurde auch erst nach seinem Tod gesellschaftlich etablierter. In der Bhaggi früher war es trotzdem schön. Findest Du nicht?“
„Oh Gott! Wie kommst Du denn nun darauf?“
„Hm… Weisst Du eigentlich, was Sloterdijk und Peter Lustig verbindet?“
„Nein. Weiss ich nicht.“
„Poona. Sie waren beide bei ihm. Osho, wie er sich dann später nannte.“
„Sag mal – auf was für einem Trip bist Du denn jetzt?“
„Erinnerungen, Einfälle. Warum?… Ja, woher kommt das eigentlich? Und Ideen, zu denen Du ein ganz bestimmtes Gefühl hast, was Du unbedingt weiter verfolgen musst.“
„Das kenne ich. Das sagt mir was. Mensch, willst Du nicht doch vorbeikommen und wir schnaken zu ’nem Glas Rotwein, so wie früher?“
„Wenn Du denn möchtest…“
„Nein, so kommst Du mir nicht davon. Das klingt ja… Was willst Du eigentlich?“
„Das würde ich auch zu gern wissen. Dazu habe ich manchmal so ein seltsames Gefühl von Erwachsen-Werden. Auf jeden Fall keine halbherzigen Sachen mehr. Vielleicht sollte ich Indecision lesen gegen meine chronische Unentschlossenheit. Oder komm‘ rum und ich lese es Dir vor, bring‘ Rotwein mit, so wie früher. Das Strafgericht hier schaffe ich in einer halben Stunde.“

So oder anders.

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