nautische Lyrik im Buch für Alle und Keinen
„…Es schläft jetzt Alles noch, sprach er; auch das Meer schläft. Schlaftrunken und fremd blickt sein Auge nach mir.
Aber es athmet warm, das fühle ich. Und ich fühle auch, dass es träumt. Es windet sieh träumend auf harten Kissen.
Horch! Horch! Wie es stöhnt von bösen Erinnerungen! Oder bösen Erwartungen?
Ach, ich bin traurig mit dir, du dunkles Ungeheuer, und mir selber noch gram um deinetwillen.
Ach, dass meine Hand nicht Stärke genug hat! Gerne, wahrlich, möchte ich dich von bösen Träumen erlösen! –
Und indem Zarathustra so sprach, lachte er mit Schwermuth und Bitterkeit über sich selber. „Wie! Zarathustra! sagte er, willst du noch dem Meere Trost singen?
Ach, du liebreicher Narr Zarathustra, du Vertrauens-Überseliger! Aber so warst du immer: immer kamst du vertraulich zu allem Furchtbaren.
Jedes Ungethüm wolltest du noch streicheln. Ein Hauch warmen Athems, ein Wenig weiches Gezottel an der Tatze -: und gleich warst du bereit, es zu lieben und zu locken….“

Also sprach Zarathustra.

Advertisements